Wer allein lebt, sucht oft nach einem Notfallknopf, der überall dabei ist. Die gute Nachricht: Dein Handy hat schon einen. Die weniger bekannte: Ein Knopf hilft nur, solange du ihn noch drücken kannst. Hier steht, welche Möglichkeiten es gibt, was sie kosten und wie du die Lücke schließt, die jeder Knopf offen lässt.
Der Notfallknopf, den dein Handy schon hat
Moderne Smartphones haben eine Notruf-Funktion eingebaut. Sie kostet nichts und funktioniert ohne zusätzliche App:
- iPhone (Notruf SOS): Halte die Seitentaste und eine Lautstärketaste gedrückt, bis der Regler erscheint, oder drück die Seitentaste fünfmal schnell hintereinander, wenn das in den Einstellungen eingeschaltet ist. Das iPhone ruft die 112 an und schickt danach deinen Standort per Nachricht an die Notfallkontakte, die du in der Health-App hinterlegt hast.
- Android (Notfall-SOS): Auf den meisten Geräten drückst du die Ein-/Aus-Taste oder Seitentaste fünfmal schnell hintereinander, bei manchen Herstellern auch drei- oder viermal. Das Handy ruft den Notruf an und kann deinen Standort mit deinen Kontakten teilen. Wie genau es heißt, steht in den Einstellungen unter „Sicherheit und Notfall“.
Richte die Funktion am besten heute ein und trag dort deine Notfallkontakte ein. Das dauert fünf Minuten.
Für Menschen, die nicht telefonieren können, gibt es außerdem nora, die offizielle Notruf-App der Bundesländer. Damit erreichst du Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst per Text statt per Anruf.
Andere Notfallknöpfe im Überblick
| Lösung | Was sie macht | Kosten |
|---|---|---|
| SOS-Funktion im Handy | Ruft die 112, teilt den Standort mit Kontakten | kostenlos |
| Notruf-App mit SOS-Knopf | Schickt per Knopfdruck eine Nachricht mit Standort an Kontakte | oft kostenlos oder ein kleines Abo |
| Notrufknopf zum Umhängen, mit dem Handy gekoppelt | Löst über Bluetooth den Alarm auf dem Handy aus | Gerät einmalig, teils mit Abo |
| Smartwatch mit Sturzerkennung | Erkennt einen harten Sturz und ruft Hilfe, wenn du nicht reagierst | Uhr ab etwa 200 €, teils mit Mobilfunkvertrag |
| Mobiler Hausnotruf | Eigenes Gerät mit Verbindung zur Notrufzentrale, auch unterwegs | meist ab etwa 30 € im Monat |
| Täglicher Check-in (z. B. Alma) | Benachrichtigt deine Kontakte, wenn du dich zur vereinbarten Zeit nicht meldest | 3,99 € im Monat |
Was ein klassischer Hausnotruf für zu Hause kostet und was die Pflegekasse dazu zahlt, steht in Hausnotruf Kosten 2026.
Wann ein Knopf hilft, und wann nicht
Ein Notfallknopf ist ideal, wenn du merkst, dass etwas nicht stimmt, und noch handeln kannst: Du bist gestürzt und kommst nicht hoch, dir wird schwindelig, du fühlst dich bedroht. Dann drückst du und bekommst schnell Hilfe.
Schwierig wird es in den Momenten, in denen du nicht mehr drücken kannst:
- bei Bewusstlosigkeit nach einem Sturz,
- bei einem Schlaganfall, der das Sprechen oder Bewegen erschwert,
- bei starker Schwäche, etwa durch Hitze, Fieber oder Unterzuckerung,
- wenn das Handy außer Reichweite liegt.
Eine Sturzerkennung deckt einen Teil davon ab, aber nur harte Stürze, und nur wenn du die Uhr gerade trägst. Was nach und nach passiert, ohne Sturz, bemerkt sie nicht.
Die Lücke schließen: der tägliche Check-in
Ein täglicher Check-in dreht das Prinzip um. Statt im Notfall selbst Alarm auszulösen, bestätigst du zu festen Zeiten kurz, dass alles in Ordnung ist. Bleibt die Bestätigung aus, werden deine Kontakte automatisch benachrichtigt. Das funktioniert gerade dann, wenn du nichts mehr tun kannst.
Mit Alma legst du bis zu drei Zeiten am Tag fest, zum Beispiel morgens und abends, und bis zu fünf Notfallkontakte. Sie bekommen eine Nachricht per App, WhatsApp, Telegram oder E-Mail und auf Wunsch deinen Standort. Meldet sich der erste Kontakt nicht, geht die Nachricht an den nächsten. Weil die Prüfung auf unseren Servern läuft, kommt die Benachrichtigung auch dann, wenn dein Handy leer oder aus ist. Wenn du weißt, dass du keine Zeit hast, kannst du einen Check-in vorher aussetzen.
Alma kostet 3,99 € im Monat, die ersten 14 Tage sind kostenlos, und für deine Kontakte ist die App gratis.
Die beste Kombination
Am sichersten bist du mit beidem:
- Die SOS-Funktion im Handy einrichten für Notfälle, in denen du noch handeln kannst. Das kostet nichts.
- Einen täglichen Check-in für die Momente, in denen kein Knopf mehr hilft.
Wer eine besetzte Notrufzentrale möchte oder kein Smartphone nutzt, ist mit einem Hausnotruf gut beraten. Einen ausführlichen Vergleich findest du in Notfall-App statt Hausnotruf.
Häufige Fragen
Hat mein Handy einen Notfallknopf?
Ja. iPhones haben „Notruf SOS“, die meisten Android-Handys „Notfall-SOS“. Du löst die Funktion über mehrfaches schnelles Drücken der Seitentaste oder der Ein-/Aus-Taste aus. Schau in den Einstellungen nach, wie sie bei deinem Gerät aktiviert wird, und trag dort deine Notfallkontakte ein.
Gibt es einen Notrufknopf fürs Handy zum Umhängen?
Ja, es gibt kleine Notrufknöpfe, die du per Bluetooth mit dem Handy koppelst und als Anhänger trägst. Ein Druck löst den Alarm auf dem Handy aus. Achte darauf, dass das Handy in der Nähe und eingeschaltet ist, sonst kommt der Alarm nicht an.
Was ist besser, SOS-App oder Check-in-App?
Sie ergänzen sich. Eine SOS-App hilft, wenn du selbst Alarm auslösen kannst. Eine Check-in-App benachrichtigt deine Kontakte, wenn du dich nicht mehr meldest. Für Menschen, die allein leben, ist der Check-in die wichtigere Hälfte, weil er auch dann funktioniert, wenn du nicht mehr drücken kannst.
Ersetzt das Handy einen Hausnotruf?
Für viele Menschen, die ein Smartphone ohnehin dabeihaben, ja, vor allem mit einem täglichen Check-in. Was das Handy nicht ersetzt, ist eine rund um die Uhr besetzte Notrufzentrale und ein Einsatzdienst, der vorbeikommt.
Bei Lebensgefahr gilt immer zuerst die 112.
Du lebst allein und möchtest, dass jemand Bescheid bekommt, wenn du dich nicht meldest? Alma herunterladen für iOS oder Android und Safety Net 14 Tage kostenlos testen.